Feldenkrais – Methode: einfach, genial, effektiv

Körper und Geist (Psyche) beeinflussen sich gegenseitig. Körper und Geist lernen ständig von einander. Sie geben sich permanent gegenseitig Feedback, ohne dass wir es bewusst merken.
Von Zeit zu Zeit kann es von Vorteil sein, den Regelkreis unseres Körper-Geist-Systems aufmerksam zu beobachten und korrigierend in ihn einzugreifen. Mit der Feldenkrais-Methode ist das sehr effektiv, sanft und kontrolliert möglich.

Beispiel Sport

Jemand beginnt mit Sport, um seine Fitness zu steigern und Gewicht zu reduzieren. Doch der Sport wird als schwer oder kompliziert empfunden. Auch mehr Willenskraft und härteres Training bringen nicht den gewünschten Erfolg. Daher lässt er nach einer Weile frustriert vom Sport ab.

Sport macht Spass, wenn Bewegung Spass macht. Bewegung macht automatisch Spass, wenn wir sie als einfach, erfüllend und befreiend erleben: Wir fühlen uns "einfach natürlich".

Jeder Sport lebt davon, dass bestimmte Bewegungsabläufe trainiert werden. Feldenkrais ermöglicht dem Sportler, mit Hilfe eines Feldenkrais-Trainers die eigenen Bewegungen und Haltungen zu beobachten und so zu verändern, dass Sport wieder "einfach und ursprünglich", damit gesund und ausdauernd empfunden wird.

Beispiel Arbeitsstress

Jemand leidet an verspannten Schulter- und Nackenmuskeln, manchmal begleitet von Kopfschmerzen oder Tinnitus. Der Spannungsschmerz führt zu einer Schonhaltung, die den Zustand meist noch verschlimmert. Massagen und andere physische Therapien geben  nur kurz Linderung.

Muskeln können nicht entspannen, wenn vom Geist (Psyche) über das Nervensystem die permanente Anspannung ausgelöst wird. Tatsächlich könnten die Muskeln sofort entspannen, wenn der Geist den Befehl zum Anspannen aufgibt. Aber warum gibt der Geist diesen Befehl überhaupt an die Muskeln aus, obwohl man immer wieder versucht, sich bewusst zu entspannen?

Weil es UNbewusste Programme im Geist gibt, die stärker wirken. Diese unbewussten, tief sitzenden Programme (Stressreaktion, Glaubenssätze, Selbstbild) können mit Feldenkrais erkannt und aufgelöst werden.

Beispiel Unfall/Krankheit

Jemand hat einen Unfall und muss einige Monate einen Gips tragen. Während dieser Zeit kann er sich nur eingeschränkt bewegen. Das Gehirn „vergisst“ die alten Bewegungsmuster, denn neue Bewegungsmuster, eine Schonhaltung, sind jetzt viel wichtiger und vermeiden Schmerzen.

Ist der Körper genesen, wird der Gips entfernt. Der Körper könnte nun sofort wieder die alten, effektiveren Bewegungsmuster durchführen, aber das Gehirn gibt weiterhin den Befehl der Schonhaltung an die Muskulatur. Alte und neue Muster überlagern sich nachteilig. Körper UND Geist können über Feldenkrais neu zusammenfinden und sich optimalere, leichtere Bewegungsmuster erschließen.

Beispiel von Geburt an

Jemand hat von Geburt an eine Einschränkung. Diese Einschränkung führt dazu, dass sein Umfeld, später auch der Mensch selber zu der Überzeugung (Selbstbild) kommt, dass bestimmte Dinge einfach nicht gehen (was auch zunächst stimmen mag). Und wenn diese Dinge nicht gehen, gehen andere wohl auch nicht. Diese Felder werden also gar nicht erprobt und erforscht. Die damit verbundenen Persönlichkeitsteile können nicht reifen.

Mit Feldenkrais können Menschen mit Einschränkungen sich alternative Handlungs- und Denkweisen erschließen, die zu verblüffenden, praktischen Erleichterungen führen. Tatsächlich hat Moche Feldenkrais seine Lernmethode in der Arbeit mit Menschen mit Handycap etnwickelt.